Karin Roth: „Weder am Internationalen Frauentag noch am Weltkindertag wurde bislang auf die besondere Situation der Mädchen aufmerksam gemacht. Deshalb habe ich mich gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk Plan für einen UN-Mädchentag eingesetzt. Der Weltmädchentag wird weltweit darauf aufmerksam machen, dass Mädchen aufgrund ihrer besonderen Lebenssituationen häufig ignoriert oder verletzt werden oder Gewalt ausgesetzt sind. Mit einem solchen Tag rückt die Lebenssituation der Mädchen stärker ins öffentliche Bewusstsein und zeigt uns allen: Wir müssen uns gemeinsam engagieren, damit kein Mädchen mehr auf der Welt ausgebeutet, ignoriert, verletzt unterdrückt, ohne ihren Willen verheiratet, verkauft oder missachtet wird. Und wenn uns das allen klar ist, dann kann Schritt für Schritt endlich die unsägliche Geschlechterdiskriminierung ausgemerzt werden.“
Karin Roth hielt am 21. September 2011 um eine Rede im Deutschen Bundestag zur Einrichtung eines Weltmädchentag der Vereinten Nationen. Die Einführung fordern die Fraktionen von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen in einem gemeinsamen Antrag (17/7021), es wurde eine halbe Stunde debattiert. Sie können sich alle Reden in verschiedenen Auflösungen im Web-TV des Deutschen Bundestages und unter Plenarreden ansehen.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat am 19. Dezember 2011 beschlossen, den 11. Oktober zum Weltmädchentag zu deklarieren.
Der 11. Oktober 2012 ist ein ganz besonderer für die Mädchen dieser Welt: Zum ersten Mal wird in diesem Jahr der Weltmädchentag der Vereinten Nationen gefeiert! Auf meine Initiative hatte der Deutsche Bundestag am 21. September 2011 einen fraktionsübergreifenden Antrag (Drucksache 17/7021) beschlossen, der die Bundesregierung aufforderte, sich bei den Vereinten Nationen für einen Weltmädchentag einzusetzen. Inzwischen haben die Vereinten Nationen den 11. Oktober zum Weltmädchentag ernannt.
Mädchen werden häufig ignoriert, verkauft, ausgebeutet, Gewalt ausgesetzt oder verletzt – eben weil sie Mädchen sind: Mehr als 60 Millionen Mädchen werden vor ihrem 18. Lebensjahr zwangsverheiratet. Jährlich sterben rund 70.000 Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren an den Folgen von Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. 150 Millionen Mädchen unter 18 Jahren erleben ihre ersten sexuellen Kontakte unter Anwendung von Gewalt. 75 Millionen Mädchen gehen nicht zur Schule.
Ich freue mich sehr, dass die Esslinger Gleichstellungsbeauftragte den Weltmädchentag zum Anlass nimmt, auf die besondere Situation der Mädchen aufmerksam zu machen. Hier finden Sie den Veranstaltungshinweis, Sie sind alle herzlich eingeladen!
Bis 2015 - dem Jahr, in dem die Millenniumsentwicklungsziele erreicht sein sollen – wird alljährlich zum Internationalen Mädchentag ein „Girls Report“ (verlinkt ist die deutsche Zusammenfassung) veröffentlicht. Dieser beleuchtet die Lebenssituation der Mädchen jeweils unter einem ganz konkreten Aspekt und zeigt, wie viel Potenzial in Mädchen und jungen Frauen steckt.
Plenarrede von Karin Roth zum Thema:
Pressegespräch mit Karin Roth im Deutschen Bundestag